Renovierung Kassa und Garderobe

 

Liebe Besucher*innen,

Die HdM Kassa & Garderobe werden gerade renoviert und sind deshalb in den Innenhof verlegt. Es entstehen dadurch keine längeren Wartezeiten und das Klangmuseum hat wie gewöhnlich von 10:00 bis 22:00

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

 

NEUE WIENER LIEDER – Poesie Provokation Pop

Ausstellungsdauer: 31. Mai – 13. Oktober 2019
Ausstellungsort: Innenhof im Haus der Musik, Eintritt frei

Aktuelle Info: Aufgrund von Umbauarbeiten ist die Ausstellung bis voraussichtlich 26. August 2019 nicht zugänglich. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Kurator: Klaus Totzler
Kreative Gestaltung: Benjamin Posch

„Wien, Wien, nur Du allein“: eine Stadt, die eine eigene Musikgattung hat und pflegt

Wien, die Stadt der vielen Gesichter, der vielen Legenden, weltberühmt für ihre Einzigartigkeit und  ureigene Kultur. Eine ganz wesentliche Rolle dabei spielt das Wienerlied, das etwa um 1800 entstanden ist und bis heute in vielen Schattierungen gepflegt wird. Während das traditionelle Wienerlied, oft als altmodisch abgetan, also nicht umzubringen ist, ist es in den vergangenen Jahren einer jungen Generation an MusikerInnen gelungen, mit unterschiedlichen neuen Ansätzen dieses Genre endgültig ins „Jetzt“ zu holen und für ein neues Publikum attraktiv zu machen: Künstler wie Ernst Molden, Kollegium Kalksburg, Roland Neuwirth, Der Nino aus Wien oder Voodoo Jürgens spielen klug und gekonnt mit der Tradition, sie verändern sie mit dem Einarbeiten neuerer Strömungen, indem sie zum Beispiel Rock, Reggae, Blues und Pop einfließen lassen. Die Stärken des Wienerliedes – Ironie, Humor, Zeitgeist, auch Gesellschaftskritik – werden oft in einer anderen Sprache zum Ausdruck gebracht. Man fühlt sich ertappt, wenn man das Lied Hättma, kenntma (mochma oba net)“ der Gebrüder Marx hört:

Kenntma besser Fuassboi spün,
Woima oba net.
Kenntma amoi wön gehn,
Mochma oba net

Das Dogma des Wienerliedes: Poesie, Provokation, Pop

Bewusst trägt die Ausstellung den plakativen Untertitel „Poesie, Provokation, Pop“ – all diese Begriffe waren schon immer Dogma und Anliegen des Wienerliedes. Das galt früher und gilt auch heute wieder, vielleicht stärker, aber jedenfalls zeitgeistiger. Das Wienerlied wurde zum zeitgeistigen, kritischen „Mainstream“ der Popgeneration.

Der leider viel zu früh verstorbene Musiker und Songschreiber Georg Danzer sagte einmal:
„Mit Austropop habe ich eigentlich nichts am Hut. Nicht nur weil vieles, das man mit dem Attribut Austro- versehen hat, später den Bach runter gegangen ist. Das schlimmste Beispiel ist wohl der Austrofaschismus“. Mit dieser wohl sehr provokanten Aussage hat einer der großen Chansoniers und Poeten der heimischen Szene seine Position klargelegt. Nie ging es ihm um Kommerz, sondern immer um Kritik, Ironie und Haltung. Danzer beweist eindringlich, dass eingängige Melodien nicht oberflächlich sein müssen. Wie bei vielen seiner Musikerkollegen verbergen seine Texte einen wachen Geist hinter plumpem Spott, Humanismus hinter purem Zorn.

Auch die neue Generation liebt die Provokation dieser Art. Voodoo Jürgens gräbt Tote aus, Sigi Maron lobt Hitler, da er zumindest Vegetarier war und Wanda erklären Inzest mit Amore. Sigmund Freud schau obe.

Es geht um das Goldene Wienerherz, das Raunzen und die Liebe

Neben einer Audio/Video-Station bei der die BesucherInnen in die musikalische Welt des Neuen Wienerlieds eintauchen können, versammelt die Ausstellung im Innenhof viele historische Plattencover und Fotoaufnahmen aus den letzten 50 Jahren der Szene. Auch Künstler haben wertvolle Leihgaben beigesteuert, so etwa Ernst Molden einen Hut, sein Markenzeichen oder Nino aus Wien einige Bühnenrequisiten. Es finden sich aber auch ganz besondere Stücke wie ein altes Apple Powerbook Duo 230, der erste Computer, auf dem Georg Danzer seine Texte geschrieben hat. Von der vielleicht „ersten Popband des Wienerischen“, der Worried Men Skiffle Group (gegründet 1960), sind Instrumente zu sehen.

In einem Versuch, die Erzählstränge der Ausstellung zusammenzufassen, meint Kurator Klaus Totzler: „Hier geht es um das Entlarven und das Spiegelvorhalten, aber auch um eine Liebeserklärung. Es geht um das Raunzertum und die Arroganz genauso, wie um das Goldene Wienerherz und die Heimatverbundenheit abseits politisch fragwürdiger Ideologien. Es geht um die Liebe.“

NEUE WIENER LIEDER: Poesie, Provokation, Pop

Eine Kabinettausstellung im Haus der Musik, ab 31. Mai 2019.

Was wäre Wien ohne das berühmte Wienerlied mit den leichtfüßigen Melodien, seiner Melancholie und dem oft tiefschwarzen Humor? Dass das Wienerlied, ob in seiner traditionellen Form oder erfolgreich gemischt mit aktuellen Popströmungen, noch lange nicht zur Vergangenheit gehört, zeigt die Sonderausstellung „Neue Wiener Lieder“ ab 31. Mai 2019 im Innenhof des Haus der Musik. Mit historischen Plattencovern, Instrumentenleihgaben, Bühnen-Requisiten, Anekdoten und vielen Musikbeispielen spannt die Schau den Bogen von der Geschichte des modernen Wienerlieds zu bekannten, aktuell bedeutenden, Wiener KünstlerInnen wie etwa Ernst Molden und den Strottern und beleuchtet das Wiederaufleben des berühmten Liedgenres.

Ausstellungsdauer: 31. Mai – 13. Oktober 2019
Ausstellungsort: Innenhof im Haus der Musik

Kurator: Klaus Totzler

INFO: Für die Eröffnungsveranstaltung am 30. Mai sind keine Plätze mehr verfügbar. Anmeldung geschlossen.

Puebla meets Vienna

In der Woche vom 13. Mai war das Nachwuchs-Streichquartett Cuarteto Lignum zu Gast im Haus der Musik. Die mexikanischen Instrumentalisten erlebten fünf Tage voller spannender Begegnungen, wie etwa ein Konzert in der mexikanischen Botschaft, zwei Masterclasses mit Prof. Josef Hell der Wiener Philharmoniker sowie Sightseeing und Museumsbesuche in der Innenstadt, geführt von HdM-Infotrainer Diego Ondarza.

Das Konzert im HdM Innenhof am 15. Mai war ein voller Erfolg. Die jungen Musiker Javier Alfonso Medina, Cristian Páez, Fernando Dominguez und Roni Gordillo spielten für ein volles Haus. Internationale MuseumsbesucherInnen verweilten um den Klängen der talentierten Burschen zu lauschen, klassikbegeisterte WienerInnen kamen an dem regnerischen Tag ins Haus der Musik um sich ihren Tag zu versüßen. Am Programm standen: Borodin Quartett No. 2, Beethoven Quartett No. 4, 4. Satz Revueltas, música de feria Ponce Estrellita Piazzolla Oblivion und Libertad. Tosender Beifall war garantiert, denn das Quartett brillierte bei der Aufführung und zwei der Mitglieder sind gerade einmal 16 Jahre alt. Nach ihrem Aufenthalt in Wien ging es weiter nach Italien, wo die Europatour am 20. Mai in Trento zu Ende ging. ¡Buen viaje, Cuarteto Lignum!

Um weiterhin über das Cuarteto Lignum am Laufenden zu bleiben folgen Sie @cuarteto_lignum auf Instagram.

Das Quartett ist Teil des Orquestas Sinfónicas Esperanza Azteca, ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Casa De La Música De Viena En Puebla.