Eine Reise durch das HAUS DER MUSIK
Die Ausstellungsebenen im Überblick
„Es sind Städte mit Dur- und Mollstraßen, Dreiviertel- und Vierviertelverkehr, Grünpausen, charismatischen Treppen, Palais voll Divertimenti und einem Himmel darüber, der eine unvergängliche Farbsinfonie hat", schreibt die österreichische Lyrikerin und Erzählerin Ingeborg Bachmann in ihrem Roman „Malina".
Der Aufbau und die Metaphorik des Hauses der Musik sind manifeste Umsetzungen dieser Zeilen: überall ist Musik. Auf vier Etagen entfaltet sich die Erlebniswelt.
Erdgeschoss: Foyer und Café
Im großzügigen Foyer und überdachten Innenhof befinden sich nicht nur ein Café, sondern auch ein kleiner Ausstellungsraum für Sonderschauen und ein Klavier, das jeder frei bespielen kann. Eine Geigenbaumeisterin betreibt hier ihr Atelier. Besucher können ihr bei ihrer Arbeit zusehen.
Die erste Etage: Das Museum der Wiener Philharmoniker
In den ehemaligen Prunkräumen des Palais ist das Museum der Wiener Philharmoniker. Anhand von teilweise originalen Dokumenten wird die Geschichte des weltberühmten Orchesters und seiner herausragenden Interpreten dargestellt, in einem eigenen Vorführsaal kann man die besten Konzertmitschnitte anhören und sehen: Besonders beliebt ist das „Walzerwürfelspiel", das jedem Besucher erlaubt, seinen eigenen Walzer zu komponieren und abspielen zu lassen, sowie Notenausschnitte zu erwerben.
Die zweite Etage: Sonosphere
Gleich beim Eingang überrascht ein seltsames Geräusch: die Empfindungen des Embryos im Mutterleib. Überdimensionierte Musikinstrumente beeindrucken, das Stimmenmeer macht deutlich, was das erste Musikinstrument war: die menschliche Stimme selbst. Vom Instrumentarium führt ein langer Gang in das Polyphonium, einen Ort mit exzellentem Raumklang zum Entspannen. Angrenzend daran befindet sich die Klanggalerie, die das Weltall ebenso einfängt wie den Mikrokosmos. Auch hier gibt es interaktive Momente wie die Evolution-Machine, mit der die eigene Stimme in bekannte Melodien gemixt und auf eine CD gebrannt werden kann.
Musiktank
Im Oktober 2006 wurde im 2. Stock des Hauses der Musik der Musiktank eröffnet. Der erste CD-On-Demand Music Store, der spezialisiert ist auf österreichische und Wiener Künstler, und der Raritäten besitzt, die es sonst nirgends zu kaufen gibt, wurde 2004 erstmals im Museumsquartier realisiert. Mit der Eröffnung eines weiteren Standorts, und das in einer perfekten musikalischen Umgebung, demonstriert der Musiktank nicht nur das erfolgreiche neue Konzept, Musik über On-Demand Music Stores zu vertreiben, er bildet auch mit seiner Bandbreite an moderner Musik eine optimale Ergänzung zu den klassischen Inhalten des Hauses der Musik.
Die dritte Etage: Die großen Meister der Musik
Das Haus der Musik will auch Geschichte und Bedeutung der Wiener Musiktradition vermitteln. In diesen Räumen befinden sich Darstellungen der großen Persönlichkeiten der Wiener Musikgeschichte: Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johann Strauß, Gustav Mahler und auch die Begründer der Neuen Wiener Schule Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton von Webern. Die Darstellung ist multimedial: Filme, Tonbeispiele, Objekte, die auf den ersten Blick verwundern und fremd wirken, sich aber logisch in ein Gesamtkonzept einfügen. Über ein spezielles Terminal kann man sich zudem über aktuelle, zeitgenössische Kunst informieren.
Besonderen Wert legten die Planer des Hauses der Musik auf den „Exodus-Raum", der an die während des Nationalsozialismus vertriebenen und ermordeten Musiker erinnert. Zu sehen sind deren Namen als Namen der Vertriebenen sowie ein goldener Schrein als Symbol für die Ausgrenzung.
Der Besucher kann sich im „virtual Vienna" die wichtigsten Musik- und Musikergedenkstätten in Wien anschauen und erhält einen Überblick über das breite Angebot in Wien.
Die vierte Etage: Von der Gegenwart in die Futuresphere
Die Vision der Musik und Musikproduktion von morgen. Die „Brain Opera" wurde vom Massachusetts Institut of Technology nach einem Konzept von Tod Machover realisiert. Die Brain Opera soll Menschen die Möglichkeit geben, sich musikalisch, spielerisch und ohne Vorkenntnisse durch Musik auszudrücken, Kunst und Technik miteinander zu verbinden, Synergien zwischen klassischer und moderner sowie experimenteller Musik zu realisieren. Die Brain Opera ist ein elektronisches und virtuelles Universum. Eine Vision in neue Klang- und Empfindungswelten, eine Einladung zum Selbstexperiment und virtuellen Komponieren ohne Zeit, Raum und Ebene. Sie ist Erfahrung und work in progress.
In der vierten Etage befindet sich auch der Museums-Shop.
Dachgeschoss: Veranstaltung und Kulinarik
Unter dem Dach befindet sich ein modern ausgestatteter Veranstaltungssaal mit einem Fassungsvermögen für 150 Personen. Hier finden regelmäßig Konzerte, Podiumsdiskussionen, Künstlergespräche, Pressekonferenzen und ähnliche Veranstaltungen statt. Gleich anschließend geht es in das Café-Restaurant Cantino, das einen Blick über die Dächer Wiens auf den Stephansdom bietet.
Museum in progress
Die Philosophie des Museums ist, neue Attraktionen, neue Zugänge und interaktive Auseinandersetzungsmöglichkeiten mit Musik, Klang- und Tonwelten anzubieten, die die Besucher inspirieren und dazu anregen, selbst aktiv zu werden (zu spielen, zu experimentieren, zu entdecken) und Freude an der Auseinandersetzung mit Musik zu wecken und zu fördern.