2. Etage: Die Sonosphere
In der zweiten Etage betritt der Besucher eine geheimnisvolle Welt. Die Welt der Klänge - SONOSPHERE - ist ein Ensemble von Räumen der sinnlichen Wahrnehmung, Verdichtung und Konzentration. Wir alle sind ständig von Klängen umgeben, bewusst oder unbewusst. In dem Bemühen, uns davor zu schützen, nur selektiv das wahrzunehmen, was in aktuellem Zusammenhang steht, haben wir das Hören fast verlernt. SONOSPHERE schafft ein neues Hör-Bewusstsein in Zonen unterschiedlicher musikalischer Aggregatzustände. Außergewöhnliche Experimente führen an die Grenzen der Wahrnehmung.
Den Auftakt bildet das pränatale SINNESRAUSCHEN. In diesem Körperschallphänomen erlebt der Besucher die Welt aus der Wahrnehmungsperspektive eines Embryos: Eingebettet in dreidimensionale Klangstrukturen, generiert aus Originalaufnahmen aus dem Mutterbauch, hört und fühlt der Besucher Vibrationen und Schwingungen, die kompositorisch erweitert werden. Neben den Körpergeräuschen sind es jene Klänge und Töne, die von außen auf das Kind einwirken. Ein Erlebnis, das jeder Mensch einmal hatte und schon lange vergessen hat.
Die HÖRBAHN reduziert das dichte Sinnesrauschen auf einen einzigen Klangimpuls. Im "Ohr" (räumlich folgt man der Windung der „Schnecke") wird der Weg des Klanges von der Außenwelt in das Innere des Menschen nachvollziehbar, vom Außenohr bis zur Großhirnrinde (dargestellt auf einzelnen Bildschirmen). Die Korkteilchen im Wellenrohr setzen die akustische Sinusschwingung optisch um.
Das WAHRNEHMUNGSLABOR macht rechts an einer großen Lichtwand auditive Phänomene sicht- und hörbar. Texte erscheinen, Wörter formieren sich zu Sätzen und sinnvollen Gebilden.
An interaktiven Terminals ist der Besucher eingeladen, zu experimentieren, durch verschiedene mögliche und unmögliche akustische Räume zu spazieren und seine eigene Wahrnehmungsfähigkeit zu erproben.
Das HAUS DER MUSIK ohne Musikinstrumente wäre undenkbar. Hier nun, im Instrumentarium, werden anhand von vier Rieseninstrumenten die Prinzipien der Klangerzeugung anschaulich gemacht: eine begehbare Orgelpfeife (Aerophon), eine Riesentrommel (Membranophon), Xylophonplatten an der Decke (Idiophon) und ein überdimensionales Saiteninstrument (Chordophon) werden durch computergesteuerte Klangerreger zum Schwingen gebracht und erlauben eigenes Klangerleben. Die Besucher sind dazu eingeladen, selbst zu zupfen und zu trommeln, mitzuschwingen und mitzuklingen.
An drei interaktiven Terminals wird der aktuelle Stand digitaler Klangbearbeitung erfahr- und erlernbar.
Im STIMMENMEER wird mit der menschlichen Stimme das wichtigste "Musikinstrument" präsentiert. Der Besucher geht auf eine interaktive Entdeckungsreise: Was passiert bei verschiedenen Mundstellungen mit einem gesungenen Vokal, welches unglaubliche Spektrum an Tönen kann mit der menschlichen Stimme erzeugt werden?
Das POLYPHONIUM ist ein Ort mit exzellentem Raumklang, der zum Entspannen einlädt.
Die KLANGGALERIE ist ein Sammelbecken für unterschiedlichste Klänge, die für das Polyphonium gespeichert sind.
Diese Hörwand bietet quasi akustische Mikroskope, mit denen die gemischten Klangzusammensetzungen des Polyphoniums auseinandergenommen werden: Einzelquellen können herausgefiltert und analysiert werden - der Horcher an der Wand hört hinaus in die Welt.
Bizarre Klangbeispiele aus der realen (Um-)Welt ergänzen das Angebot dieser Audiothek voller Überraschungen.
Der Rundgang durch die SONOSPHERE schließt mit der EVOLUTION MACHINE. Hier kann der Besucher aus den Materialien der Klanggalerie und mit seiner eigenen Stimme eine akustische Welt formen, mit Klängen und Klangstrukturen experimentieren. Die unterschiedlichsten Geräusche aus zwölf Weltstädten lassen sich mit klassischer Musik mixen und verweben. Die so entstandenen individuellen Klangkompositionen können auf CD gebrannt und im Shop erworben werden.
Musiktank
Im Oktober 2006 wurde im 2. Stock des Hauses der Musik der Musiktank eröffnet. Der erste CD-On-Demand Music Store, der spezialisiert ist auf österreichische und Wiener Künstler, und der Raritäten besitzt, die es sonst nirgends zu kaufen gibt, wurde 2004 erstmals im Museumsquartier realisiert. Mit der Eröffnung eines weiteren Standorts, und das in einer perfekten musikalischen Umgebung, demonstriert der Musiktank nicht nur das erfolgreiche neue Konzept, Musik über On-Demand Music Stores zu vertreiben, er bildet auch mit seiner Bandbreite an moderner Musik eine optimale Ergänzung zu den klassischen Inhalten des Hauses der Musik.



